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Death Cab For Cutie Ryan Russell

"Ich wusste, wenn ich da reingehe, wartet der Schmerz auf mich" | Interview mit Death Cab For Cutie

Benjamin Gibbard von Death Cab For Cutie im Interview über das neue Album

08.06.2026 Daniel Meinel

Nach zwei Jahrzehnten bei Major-Labels schlagen Death Cab for Cutie ein neues Kapitel auf. Mit ihrem neuen Album I Built a Tower feiert die Indie-Rock-Institution nicht nur ihr Debüt beim Kult-Label ANTI- Records, sondern auch eine musikalische Rückbesinnung auf das Wesentliche. Im FluxFM-Interview mit Daniel meinel spricht Frontmann Benjamin Gibbard ungewohnt offen über Weltschmerz, die Trennung von alten Egos und darüber, warum das neue Album trotz seiner schweren Themen kein klassisches „Scheidungsalbum“ geworden ist.

Zwischen Jubiläums-Touren für Transatlanticism und Give Up auf der Bühne die eigene Vergangenheit zu feiern, während man privat eine schmerzhafte Trennung durchlebt – dieser Spagat war für Gibbard der emotionale Katalysator für I Built a Tower. Doch anstatt in Nostalgie oder Verbitterung zu versinken, hat die Band ein nach vorn gerichtetes, kathartisches Indie-Rock-Album geschaffen. Inspiriert von der rauen Einfachheit der 90er-Jahre (von Fugazi bis Built to Spill), beweist die Band, dass sie auch nach drei Jahrzehnten genau weiß, warum die Fans sie lieben.

„The central metaphor of the record speaks to how we have to compartmentalise pain in our lives of all forms so that we can get through the responsibilities we have.“

Gibbard nimmt uns mit in den Aufnahmeprozess und die emotionale Gedankenwelt der letzten Jahre. Im Gespräch offenbart er einen neuen Anti-Perfektionismus: Produzent John Congleton brachte die Band dazu, das Überanalysieren im Studio aufzugeben und die Platte so schnell einzuspielen wie seit "The Photo Album" nicht mehr. Inhaltlich erklärt Gibbard die tiefgründige Metapher des Turms – ein Bauwerk am emotionalen Horizont, in dem wir unseren Schmerz und unsere Traumata wegsperren, um im Alltag überhaupt funktionieren zu können.

Darüber hinaus gibt es spannende Anekdoten zur Entstehung einzelner Songs. So erfahrt ihr die unerwartete Story hinter „Punching the Flowers“ und wie der reale Wutanfall eines kleinen Mädchens vor einem Bodega-Blumenstand zu einem der stärksten Tracks der Platte inspirierte. Ähnlich intensiv besprechen wir den Weltschmerz in „Riptides“: Die Vorab-Single fängt mit ihrem treibenden Krautrock-Vibe die aktuelle, erdrückende Weltlage fast prophetisch ein.

„When you realise how emotionally vulnerable you were when you wrote it, but you didn't allow yourself to feel that way in the moment, it can be quite alarming.“

Zu guter Letzt reflektiert der Frontmann über das Zu guter Letzt reflektiert der Frontmann über das Teamwork nach knapp 30 Jahren BandgeschichteZu guter Letzt reflektiert der Frontmann über das Teamwork nach knapp 30 Jahren Bandgeschichte und verrät, waruting behalten zu wollen.

Natürlich wirft Ben Gibbard auch schon einen Blick auf die anstehende Europa-Tour und verrät, wie akribisch er die Setlist für das Konzert in der Berliner Columbiahalle plant, damit Klassiker wie I Will Follow You Into The Dark und brandneues Material perfekt harmonieren.

Im Radio: 9. Juni 2026