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Sebastian Studnitzky verantwortet als Festivalleiter das XJAZZ!-Festival Promo / Sebastian Ruccya

Xjazz-Festival abgesagt: "Wir kämpfen ums Überleben!" | Sebastian Studnitzky im Interview

Der Festivalleiter über die Hintergründe der Absage, die Rolle des Berliner Senats und die ungewisse Zukunft des Xjazz-Festivals

10.03.2026 Ron Stoklas

Seit 2014 hat sich das XJAZZ! zu einer Festival-Institution in der Berliner Musik- und Kulturszene entwickelt. Entsprechend erschüttert sind Freunde und Fans des Events über die Meldung, die jüngst verkündet wurde: die für Ende Mai geplante 12. Festival-Ausgabe ist abgesagt! Für Festivalleiter Sebastian Studnitzky und sein Team keine leichte Entscheidung - vor allem, weil es nicht an ihrer eigenen Arbeit, sondern an bürokratischen Gründen liegt, wie Studnitzky im FluxFM-Interview erzählt:

"Es geht darum, dass der Berliner Senat eine Förderung für das Festival beschlossen hat im Dezember. Wir haben daraufhin mit der Durchführung des Festivals Gas gegeben. Was für jeden, der sich auskennt mit internationalen Festivals, eh schon sportlich ist. Im Februar haben wir dann erfahren, von der Senatsverwaltung, dass unsere Förderung aus bürokratischen Gründen geblockt ist. Das war jetzt so einen Monat ungefähr in der Luft. Wir mussten jetzt absagen, einfach weil wir so kurz vor dem Festival sind. Uns (sind) die Locations weggebrochen. Wir konnten Künstler nicht bestätigen. Also totales Trauerspiel!" - Sebastian Studnitzky über die Gründe der Xjazz-Absage für 2026

Geblockte Förderung laut Studnitzky "totales Trauerspiel"

Scheinbar kein Einzelfall. Studnitzky kritisiert, dass es seit Jahren von Seiten der Senatsverwaltung an der Kommunikation hapert. Immer wieder wurde deshalb aus Sicherheitsgründen auch in zurückliegenden Jahren eine mögliche Absage des Festivals mitgeplant. Auch im Fall der jetzt abgesagten Festival-Ausgabe gab es in den vergangenen Wochen kein Lebenszeichen.

"Die Verwaltung hat erst reagiert, nachdem wir das Festival abgesagt haben und gesagt haben: ‘Okay, am Montag ist das in der Presse. Das Kind ist im Brunnen.’ Erst dann kommt ein Gesprächsangebot, so ein Call mit den diversen Verwaltungsebenen. Und dann geht es um so einen Bürokratiescheiss!"  - Sebastian Studnitzky über fehlende Kommunikation seitens der Kulturverwaltung

Einmalige XJAZZ!-Absage? "Wir kämpfen ums Überleben!"

Während Fans vor allem enttäuscht über die Absage der 12. Ausgabe des XJazz im Mai sind, fallen die Folgen für das Team möglicherweise deutlich drastischer. Die Absage könnte gar das Ende des traditionsreichen Musikfestivals bedeuten.

"Wir kämpfen ums Überleben! Wir müssen, wenn wir jetzt nicht schnell eine Lösung finden mit dem Senat, den Laden komplett zu machen. Wir haben so viel investiert in das Festival. Unsere Arbeit spielt sich eigentlich vor dem Festival ab - nämlich das Ding zu planen, es gibt Anzahlungen, wir haben ein Team. Das ist ja alles schon finanziert. Also: Der Schaden ist immens. Wir rechnen ja auch mit den Ticketeinnahmen. Das kann natürlich alles nicht stattfinde Das ist ein substanzieller, existenzieller Schaden!" - Sebastian Studnitzky über die Folgen und Zukunftschancen für das XJazz

Die Zukunft des XJAZZ! ist ungewiss. Im Raum stehen neben dem im schlimmsten Fall Ende der Veranstaltung laut Festivalleiter Sebastian Studnitzky auch Szenarien, die Hoffnung machen - darunter Einzelkonzerte im Mai mit Künstler*innen, die eigentlich beim diesjährigen Festival auftreten wollten.

Mehr zu den Hintergründen und der aktuellen Situation des XJAZZ! erfahrt ihr im kompletten Interview von FluxFM-Moderator Ron Stoklas mit Festivalleiter Sebastian Studnitzky. Dieses hört ihr oben auf dieser Seite. Im FluxFM-Programm wurde es am 10.03.2026 erstmals ausgestrahlt.